Presse

2016

Falstaff (Oper Köln)

„Reines Theater-, reines Verdi-Glück stellte sich beim Kölner «Falstaff» ein. Musik und Szene durchdringen sich im Gleichklang. Will Humburg entlockte dem glänzend disponierten Gürzenich-Orchester alle Feinheiten und Farben, Motorik wie Lyrik dieser Wunder-Partitur […] Man war oft hin- und hergerissen zwischen dem Zwang, zuschauen zu müssen und dem Wunsch, nur zuhören zu wollen, schließlich führt das Orchester im «Falstaff» Regie. Humburg macht das von den ersten trockenen Schlägen an deutlich, hob gleichermaßen die nadelspitzen Stiche der Holzbläser wie das sardonische Gelächter der Blechkaskaden hervor, pointierte im Einzelnen mit theatralischer Präsenz die vielen instrumentalen Gesten wie im Ganzen den finsteren Unterton dieser grausamen Komödie. Und in Nanettas Romanze im letzten Bild ließ der magisch-flirrende, aus zartesten Tönen gewirkte Klangteppich den Gesang fast vergessen.“

– Die Opernwelt, Uwe Schweikert

„Maestro Will Humbug als vielleicht der Verdi-Spezialist schlechthin und glücklicherweise oftmals in Köln am Pult, erfüllte die an ihn gestellten hohen Erwartungen auf ganzer Linie. Er war ein umsichtiger Begleiter, schuf mit dem links von der Bühne und gut einsehbaren Gürzenichorchester eine kunstvoll verzweigte, feingliedrige Verdi-Musik, aber auch mit kräftig zupacken Bläsern (Kompliment für die Hörner), mit zügigen Tempo und ganz ohne Durchhänger.“

– Der Opernfreund, Michael Cramer

„Ganz auf der Höhe ist das Gürzenich-Orchester unter Will Humburg. Bei ihm geht von Verdis Musik mit all ihrer emotionalen Fülle und dynamischer Kraft nichts verloren – weder Momente des Innehaltens, feiner Ironie oder polternder Komik, gepaart mit einer gehörigen Portion Wehmut. Und dies vor allem wird in jedem Moment spürbar: der Riesenspaß, den sämtliche Akteure an dieser Inszenierung haben!“

– NMZ Neue Musikzeitung, Christoph Schulte im Walde

„Kongenialer Mitspieler und – wieder einmal – heimlicher Held der Produktion aber ist das links neben der Bühne postierte Gürzenich-Orchester, dem Will Humburg am Pult eine überaus beweglich-detailfreudige, spritzig-druckvolle, das Geschehen punktgenau charakterisierende und kommentierende Performance abverlangt.“

– Kölner Stadt Anzeiger, Markus Schwering

„Was Timing und Präzision betrifft, geht Hilsdorf konform mit Will Humburg am Pult des sehr aufmerksam reagierenden Gürzenich-Orchesters. Die unzähligen überraschenden Tempo- und Stimmungswechsel führt der in Köln immer gern gesehene Dirigent äußerst profiliert und souverän aus. Auch die sich ständig wandelnde Klangfarbenpalette wird selbst unter den nicht idealen akustischen Bedingungen des Staatenhauses hörbar. Dabei setzt Humburg durchaus scharfe Akzente, ohne jedoch die fein gestrickte Musik zu vergröbern. Hilsdorf und Humburg empfehlen sich erneut als ideale Partner.“

– Osnabrücker Zeitung, Pedro Obiera

„Die Inszenierung kann nur auf diesem Niveau gelingen, weil die musikalische Seite dieser Produktion internationales Format hat. Hellwach und lebendig musiziert das Gürzenich-Orchester unter Will Humburg, der teilweise extreme, aber immer organisch wirkende, leistbare Tempi vorgibt. Besonders die Streicher klingen sinnlich und flexibel wie selten.“

– concerti, Andreas Falentin

2016

1. Sinfoniekonzert (Staatstheater Darmstadt)

Gustav Mahlers vierte Sinfonie gilt oft als leicht zugängliches Werk, das die klassische Tradition aufnimmt und in einer vergleichsweise sparsamen Besetzung daherkommt. Dass dieser Eindruck täuscht, wurde im 1. Sinfoniekonzert der neuen Spielzeit deutlich, wo Generalmusikdirektor Will Humburg mit dem prächtig aufgelegten Staatsorchester Darmstadt im Großen Haus eine gewichtige Deutung dieser Musik präsentierte.

Humburg dirigierte mit starkem Körpereinsatz, als wolle er den Gehalt jeder einzelnen Phrase betonen, er achtete genau auf die akribischen Vortragsanweisungen Mahlers, und er suchte die motivischen und kontrapunktischen Verflechtungen zu durchleuchten. Dabei ging es mit Erfolg auch um die Balance zwischen Streichern, Bläsern und Schlagzeugern wie um den Spannungsaufbau des fast eine Stunde dauernden Werks.

– Darmstädter Echo, Klaus Trapp

2016

Carmen (Staatstheater Darmstadt)

„Humburg überrascht nicht durch exaltierte Vortragsweisen oder (wie die Frankfurter Version) bislang unbekannte, durchaus auch entbehrliche Bestandteile, sondern mit einem sozusagen mit „leichter Hand“ hergestellten Gleichgewicht zwischen kammermusikalischer Beredtheit und explosiver Dramatik. Die entrückte Stimmung des Vorspiels zum dritten Akt gelingt womöglich noch filigraner als in Frankfurt.“

– Das Opernglas, Hans-Klaus Jungheinrich

„…denn das Staatsorchester Darmstadt […] musizierte[n] unter der Leitung von Will Humburg ganz vorzüglich. Nicht reißerisch, aber straff in den vielen rhytmisierten Dauerbrennern: die lyrische Atmosphäre der „Hits“, die über die „Carmen-Suiten“ zum ästhetischen Volksvermögen geworden sind, mit dezenten Bögen formend, die veristisch-expressiven Passagen intensiv ausspielend- das alles war nicht nur erstklassig realisiert sondern auch in jedem Moment durchartikuliert. Hier also herrschte Ausnahmezustand, der dann auch vom Publikum zuletzte reichlich beklatscht wurde.“

– Frankfurter Rundschau, Bernhard Uske

2016

7. Sinfoniekonzert (Theater Münster)

„Humburg zurück! Seinen Ruf sendet er her!“ dieser leicht veränderte Ausruf Brünnhildes aus der „Götterdämmerung“ soll Opernfreund daran erinnern, daß mit „Parsifal“, dem gesamten „Ring“ und den „Meistersingern“, deren Festwiese in ein Zelt auf dem Schloßplatz verlegt wurde, unter der musikalischen Leitung des damaligen GMD Will Humburg mit Peter Beat Wyrsch als Regisseur und Roland Aeschlimann als Bühnenbildner das Musiktheater von Münster seinen bisherigen Höhepunkt erlebte. Nostalgisch denkt man daran zurück, daß Evelyn Herlitzius in Münster ihre erste Brünnhilde sang, Christian Franz seinen (nach Kassel) zweiten Siegfried,, Georg Zeppenfeld Titurel und Fafner und dann seinen ersten König Philipp in „Don Carlo“ , eine Reihe später bekannt gewordener Sänger, die sich fortsetzen liesse. Freunde moderner Opern erinnern sich gern an den „Grand Macabre“ von Ligeti.

Das war auch wohl ein Grund für den starken Begrüssungsapplaus, mit dem Humburg als Gastdirigent begrüßt wurde.. Er begann gleich mit dem kompositorisch reifsten Werk des Abends, der vierten Sinfonie in B -Dur op. 60 von Ludwig van Beethoven, die im Rahmen der Aufführung aller seiner Sinfonien in dieser Spielzeit erklingt. Hier baute Humburg in der langsamen Einleitung des ersten Satzes ebenso wie vor dem Beginn der Reprise grosse dramatische Spannung auf durch Betonung der kühnen Harmonik und der dynamischen Gegensätze – Beethoven schreibt für die Geigen einmal ppp vor. Stark akzentuierte er dann dies auflösend die Akkorde mit den 16-tel-Aufschwüngen. Umso gegensätzlicher wirkte das wunderbar weich beginnende „cantabile“ des zweiten Satzes mit der exakt punktiert gespielten 16tel- Staccato-Begleitung, aus der er dann wieder eine grosse Steigerung entwickelte. Zwischen den ff-Schlußakkorden konnte man bewundern, wie leise eine Pauke geschlagen werden kann. Im dritten Satz, Scherzo, wenn auch nicht so bezeichnet, gelang exakt der rhythmisch schwierige Beginn mit dem Auftakt-Thema und man bewunderte im Trio die weich spielenden Bläser. Im schnell gespielten letzten Satz beeindruckten besonders die exakten 16-tel der Streicher. Nach dem ff-Schluß gab es dann für ein Eingangsstück sehr starken Applaus.

[…]

Die abschliessenden „Pinien von Rom“ von Ottorino Respighi für ganz grosses Orchester mit Klavier, Celesta und Schlagzeug zur Darstellung der verschiedensten Klangfarben zeigten dann „Humburg at his best“ Mit heiteren Arpeggi ließ er die Kinder an der Villa Borghese spielen. Ganz eindrucksvoll gelangen zu Beginn des zweiten Satzes die fahlen pp-Töne der Bläser, als musikalische Darstellung der Katakomben, vielleicht der eindrucksvollste Teil des Stücks, mit dem dann stark an- und wieder abschwellenden Choral.

[…]

Für diese wohl dosierte dynamische und rhythmische Steigerung [im vierten Satz] hatte Humburg den von ihm bekannten „langen Atem“.

[…]

Die abschliessende akustische Rundum-Steigerung belohnte das Publikum mit Riesenapplaus und Bravo-Rufen, die kein Ende nehmen wollten, zum Schluß auch stehend.

– Der Opernfreund, Sigi Brockmann

2016

Parsifal (Oper Köln)

„Das Gürzenich-Orchester ist im Staatenhaus links an der Seite weit entfernt postiert. Will Humburg, der die Produktion vom früheren Kölner GMD Markus Stenz übernommen hat, kreiert trotzdem einen schlanken, beweglichen Orchesterfluss von großer Prägnanz, selbst dann, wenn manches wie von fern klingt, was vielleicht dem Stück gar nicht so unangemessen ist, weil man auf diese Weise das Orchester fast wie eine symphonische Dichtung wahrnimmt parallel zum Bühnengeschehen.“

– WDR 3 Opernblog, Richard Lorber

„Auf die fulminante Interpretation von WILL HUMBURG und seinem Orchesters wirkt sich das aber nicht negativ aus. Der häufig in Köln arbeitende Dirigent wird hier (wie auch im nahen Bonn) vor allem im italienischen Repertoire geschätzt. Es war also durchaus mal an der Zeit, ihm auch eine andere Aufgabe zuzuweisen. „Parsifal“ gestaltet er mit betörendem und beschwörendem Schönklang, bei insgesamt gemessenen, aber stets fließenden Tempi. Das Zukunftweisende von der „Parsifal“-Musik manifestiert sich vor allem im 2. Aufzug. Hier schürt Humburg die Glut des Ausdrucks nochmals um einige Grade.“

– der neue Merker, Christoph Zimmermann

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