Presse

2025

Opernhaus Bonn: Nabucco

Wenn Will Humburg Verdi dirigiert, ist das eigentlich ein Pflichttermin. Nicht weil man unbedingt hin müsste, sondern weil man hin will. Wenn Humburg – wie jetzt in Bonn – dann nach gut zweidreiviertel Stunden zum Schlussapplaus nassgeschwitzt auf die Bühne kommt, ahnt man, wie hart er sich an der Partitur abgearbeitet und das im Übrigen brillant spielende Beethoven Orchester Bonn geknechtet hat. Das sieht man aber nicht nur, das hört man auch. Man kann es nicht anders sagen: Verdi und Humburg, das ist ein musikalisches Dream-Team, vom ersten bis zum letzten Takt. (neue musikzeitung, 4.10.25)

Wieder steht Will Humburg am Pult des Beethoven Orchesters, und wenn jetzt einmal mehr der Satz fällt, das Orchester sei über sich hinausgewachsen (so zu lesen auch schon in unserer Rezension von La forza del destino), so beschreibt das eine offenbar glückliche Konstellation zwischen den Musikern und dem Dirigenten. Der satte Klang, die Präzision bei den Einsätzen, die Ausgestaltung der Details – das alles kennzeichnet eine glutvolle und dramatische Verdi-Interpretation, die sich nicht im grellen Effekt verliert. Nichts klingt plakativ. Humburg baut die Spannung in großen Bögen auf, und wenn der junge Verdi zum gefürchteten kirmeshaften Dreiertakt ansetzt, bekommt die Musik in dieser Interpretation einen fast zynischen Beiklang. Es sind eben Katastrophenwalzer, die den Krieg auf der Bühne begleiten. (Online Musik Magazin, Stefan Schmöe, 4.10.25)

Mit Will Humburg steht am Pult des Beethoven-Orchesters Bonn ein Künstler, der am Bonner Haus als Dirigent verschiedener früher Werke Verdis ein Begriff ist. Sein Gefühl für Verdis Partitur mit ihren peitschenden Rhythmen und melodischen Höhenflügen auf dem Weg zum differenzierten Musikdrama ist exorbitant. Es überträgt sich scheinbar bruchlos auf die blendend aufgelegten Orchestermusiker. Ohne Übertreibung ließe sich von einem Zustand beseelten Glücks sprechen, der Humburg und seine Musiker vereint. (O-Ton Kulturmagazin, 04/10/2025)

In „Nabucco“ am Theater Bonn wirkt Will Humburg mit dem Beethoven Orchester Bonn wahre Wunder. Die Dynamik lässt sich al fresco vernehmen, nie aber grobschlächtig, die Rhythmik kühn und bisweilen rasierklingenscharf. Was die Noten an orchestralen Farben hergeben, wird ausmusiziert. Vielem lauscht man wie zum ersten Mal. (concerti, Michael Kaminski, 5.10.25)

Das Beethoven Orchester unter der Leitung des bewährten Verdi-Spezialisten Will Humburg entfaltet eine musikalische Dramatik, die Verdis „Nabucco“ in all seiner Wucht und emotionalen Tiefe erfahrbar macht.
Humburg tariert dabei die Balance des Orchesters zwischen Begleitung und Führung meisterhaft aus. Ein besonderer Höhepunkt natürlich – der Gefangenenchor „Va, pensiero“: homogen, fein austariert und zugleich von suggestiver Kraft. (Bernhard Hartmann, General-Anzeiger Bonn 06/10/2025)


2025

Opernhaus Bonn: La Forza del Destino

Der Dirigent Will Humburg jedenfalls liebt Verdi. Weniger die großen sängerischen Exstasen, die er aus dem Graben eher zügelt und dem unerbittlichen Puls dieser „schicksalshaften“ Musik unterwirft. Aber er liebt dem feurigen Atem dieser Musik, die Genauigkeit, das gemeißelte Timing, die klangliche Diät. (MICHAEL STRUCK-SCHLOEN, OPERNWELT 3/25)

Dank Will Humburg und dem Orchester wird die ohnehin dramatische Oper zu einem echten Thriller.

Nicht nur wegen der Besetzung waren die Opernfreunde sehr gespannt auf die Premiere von La forza del destino am Theater Bonn. Denn mit Will Humburg steht ein ausgewiesener Verdi-Experte am Pult. Er dirigiert einen spannungsgeladenen, klangsatten Verdi, der das Publikum auf der sprichwörtlichen Stuhlkante hält. Seine Interpretation ist hochkomplex; sie lebt von fein gearbeiteten Temponuancen, plötzlichen Richtungswechseln und bewusst gesetzten Zäsuren. Humburg fordert das Beethoven Orchester Bonn bis an seine Grenzen und darüber hinaus. Dabei entstehen immer wieder Momente intensiver Verdichtung und dramatischer Aufladung, die sich unmittelbar auf den gesamten Raum übertragen. Besonders eindrucksvoll ist, wie das Orchester diese anspruchsvolle Lesart umsetzt. Die Partitur verlangt nicht nur technische Perfektion, sondern auch ständige Wachsamkeit – denn die Vielzahl an Tempowechseln und dynamischen Kontrasten erschwert die Kommunikation mit der Bühne erheblich. Und doch gelingt es dem Beethoven Orchester Bonn, diese Herausforderung mit bemerkenswerter Präzision zu meistern. Die Blechbläser spielen mit glühender Energie, setzen glanzvolle Akzente und geben den dramatischen Höhepunkten ihre Wucht. Die Holzbläser überzeugen mit blitzsauberer Artikulation und gestalterischer Feinheit. Die Streicher tragen die emotionale Linie mit großer Klarheit, zugleich geschmeidig und kraftvoll. Humburgs Lesart ist dabei kein Selbstzweck, sondern tief mit der dramatischen Struktur des Werks verwoben – ein musikalischer Ausdruck jener existenziellen Unruhe, die sich auch in Verdis Text und Figuren spiegelt. (…) Die musikalische Seite dieser Premiere wird nahezu frenetisch gefeiert. Will Humburg und das Orchester werden schon nach der Pause bejubelt. (CULTURECOLOURS KULTURMAGAZIN, 10.2.25)

Man spürt an diesem Premierenabend im Bonner Opernhaus sofort, dass im Orchestergraben jemand den Taktstock führt, der jede emotionale Regung, die Verdi dem Notenpapier anvertraut hat, versteht und sie auch wieder zum Klingen bringen kann. Will Humburg, der schon viele Verdi-Produktionen in Bonn in orchestrale Sternstunden verwandelte, leistet zusammen mit dem Beethoven Orchester auch hier wieder exzellente Arbeit. Er balanciert den Orchesterklang perfekt aus, in diesem Fall so, dass der erhöhte Herzschlag der Fliehenden hörbar wird, ihre Angst und nervöse Unruhe mitempfunden werden, ohne dass die Musik den Kipppunkt überschreitet, wo sie nur noch gehetzt wirken würde. Und Humburg hört auf die Sängerin. (BONNER GENERALANZEIGER, 3.2.25)

Im Orchester pfeift, grummelt und heult es. Dirigent Will Humburg spitzt die Klangeffekte immer wieder zu, lässt das Beethoven Orchester, das über sich hinauswächst (großartige Holzbläsersoli!), scharf attackieren. Die kleinen Noten haben die Präzision von Nadelstichen. Kontraste werden hervorgehoben. Das ist weit weg von einem behaglichen Wohlfühl-Verdi. Und dann gibt es die melodischen Linien, die ohne Pathos und Sentiment, aber mit schicksalhafter Größe erklingen. Manche Phrase weist in ihrer geradezu lakonischen Interpretation auf den späten Verdi voraus. Gleichzeitig ist Humburg ein exzellenter Begleiter der Sängerinnen und Sänger. Wie gut die Balance zwischen Orchester und Bühne ausgehört ist, zeigt sich etwa daran, dass Yannick-Muriel Noah in der Partie der Leonora ein expressives Piano in einen satten Forte-Klang hinein singen kann und sofort den Fokus auf sich lenkt. (STEFAN SCHMÖE, Online Musik Magazin, 2.2.25)

2024

Opernhaus Dortmund: La Traviata 

 JEDE NOTE ZÄHLT

….der Dirigent Will Humburg trifft den Nervenpunkt der Musik.

Verdis „La traviata“ gehört zu den weltweit populärsten Werken des Musiktheaters. Dass sie mehr zu bieten hat als nur Ohrwürmer einer romantischen Passion, dass schon hier und nicht erst im „Otello“ oder „Falstaff“ jede Note zählt, wird stets vergessen, weil der Theaterschlendrian alle Feinheiten und damit die dramatische Wahrheit der Partitur einebnet. Nicht so in der Dortmunder Neuinszenierung, in der mit Will Humburg ein Dirigent am Pult stand, der Verdis Musik radikal ernst nimmt. Er realisiert nicht nur, was dasteht (schon das entschieden ein Fortschritt gegenüber der üblichen Schlamperei), sondern auch – erst das ist Interpretation! –, warum es dasteht.

Das beginnt bei den Details der von Verdi aufs Genaueste bezeichneten Artikulation, bei Dynamik, Phrasierung und Tempo in ihrer stets gestischen Funktion, ja deklamatorischen Bedeutung und kulminiert in dem inneren Spannungsbogen, den Humburg über das Ganze der drei Akte wölbt. Was wir hören „atmet“, wirkt nie mechanisch und klingt selbst in den Wiederholungen nie gleich, denn dieser Dirigent geht nicht nur mit den Sängern, er beherrscht auch das Geheimnis jener minimalen Verzögerung von Takt und Schlag, die Verdis Formkunst erst lebendig und spannend macht.

Leicht nachvollziehbar ist das bei drei der bekanntesten Nummern. Das Trinklied gleich zu Beginn, eine der konventionellsten Formen der italienischen Opernromantik, wird hier zum Coup de foudre von Alfredo und Violetta – in einer Mischung aus überdrehtem Schwung und spielerischer Nonchalance, die Humburg mit federnder Prägnanz aus dem Walzer herauskitzelt. Ebenso raffiniert, in einer Mischung aus Atemlosigkeit und Innehalten, lässt er Anna Sohns Violetta sich in die virtuose Cabaletta ihrer großen Arie stürzen. Geradezu magisch freilich verwandelt sich unter seinem Röntgenblick Giorgio Germonts berühmt-berüchtigte Arie „Di provenza il mar, il sol“ in große Musik. Durch feinste agogische wie dynamische Rückungen verliert die scheinbar ausdruckslose Streicher-Begleitung ihren leiernden Charakter. Dass der Vater ein zweites Mal ansetzt, gehorcht weniger der Form des strophischen Couplets als der Verstocktheit des Sohnes, der die Suada nur als klebrig verlogene Moralpredigt wahrnimmt. Theatrale Wahrheit gewinnt die Arie – wie zuvor schon der Dialog, in dem Giorgio Violetta zum Verzicht ihrer Liebe zwingt – durch die beeindruckende szenische wie vokale Präsenz Mandla Mndebeles. Er zeigt den unbarmherzig die Moral der bürgerlichen Ordnung einfordernden Vater im beherrschten Gang, harscher Gestik und nuanciertester Stimmführung als zugleich erschreckende wie tragische Figur – Musiktheater in Vollendung!

Glänzend auch die dramatische Durchschlagskraft, die Humburg Verdis stets von der Szene, der Handlung wie der Psychologie der Figuren aus gedachten Musik entlockte – die pochende Erregung, mit der das Orchester das Kartenspiel der rivalisierenden Männer im dritten Bild begleitet; ihre Steigerung in der Konfrontation, wenn Alfredo Violetta beleidigt; schließlich die Kulmination der Spannung im abschließenden Concertato. Die letale Sinnlichkeit im wie ausgezehrt erlöschenden, das Ende schon antizipierenden Vorspiel zum letzten Akt, gar die Pianissimo-Ekstasen bei vollem Orchester, wenn der Tod sich in Des-Moll weich, aber unerbittlich zu Wort meldet, meint man noch nie so bis an die Grenzen des Hörbaren erlebt zu haben. (UWE SCHWEIKERT, OPERNWELT, 11/24)

… Denn es entsteigt dem Orchestergraben ein im wahrsten Sinne unerhörter Zauberklang. und das ausgerechnet bei Verdi, dem freiwillig unfreiwilligen Schlagerproduzenten (…). Aber da steht am Dirigentenpult der altersweise Will Humburg, den Ältere noch als jenen Feuerkopf kennen, der damals als Dirigent im Aalto-Theater zu Dietrich Hilsdorfs „Trovatore“ mächtige Feuerfunken schlug.

Überwältigend der Reichtum an Nuancen, feinsten Schattierungen, den Humburg mit Dortmunds exquisit aufspielenden Philharmonikern der Partitur entlockt; keine Wiederholung, die nicht eine dynamische Variation erfährt. Und es regiert ein Mut zum extremen Pianissimo wie zum nachtschwarzen Ausbruch, der den Genre-Maler Verdi zu durchdringen versteht vom zarten Seelenpastell bis zum monumentalen Panorama zerstörter Lebenswelten. Betörend gut! (LARS VON DER GÖNNA, WAZ, 17.9.24)

In dieser Eröffnungsproduktion der Oper Dortmund passt alles: (…) und Will Humburg als ein mit viel Körpereinsatz leidenschaftlich antreibender und die Partitur feinsinnig und differenziert auslotender Dirigent am Pult der exzellenten Dortmunder Philharmoniker. Schon der Beginn, den Humburg im sanften Pianissimo wie einen Trostklang aus dem Graben zaubert, hat etwas Magisches. (RUHRNACHRICHTEN, 9/24)

2023

Teatro de la Maestranza, Sevilla: Jenufa

Humburg comenzó el primer acto con cierto desenfoque del balance entre orquesta y escenario, como si le costase coger el ritmo. La verdad es que la disposición en la primera escena de los cantantes algo atrás y el carácter abierto de la escenografía hicieron que se perdiera bastante sonido de las voces, sobre todo en el caso de una Eichenholz que también necesitó un tiempo para templar la voz. Pero salvo esos momentos, Humburg estuvo muy atento a ese intenso tejido orquestal y a los incesantes cambios de ritmo, con momentos especialmente brillantes en el tercer acto, en los que la Sinfónica ofreció un bello sonido aterciopelado. (DIARIO DE SEVILLA 17.2.)

 

Como ya hemos adelantado, la dirección musical de Will Humburg fue otro de los puntales de la velada. Desde el primer compás logró imponer una intensidad dramática que no decayó hasta el final de la función, con la única y lógica excepción del monólogo de Jenufa en el segundo acto donde imprimió un carácter ensoñador y poético, destacando tanto la textura camerística como los rasgos impresionistas del pasaje, lo que por contraste incrementó la tensión de las escenas posteriores. Salvo algunos pasajes en los conjuntos, donde fue apreciable cierta falta de limpieza en el sonido, el director hamburgués supo extraer un color básico de una entregada Sinfónica de Sevilla. También fue apreciable su atención a la escena, no solo en lo que respecta a la atención a los cantantes sino a la propia dramaturgia. Como en la coda que corona el segundo acto, por citar un ejemplo significativo, dilatada aquí hasta el límite para propiciar más tiempo a lo que está sucediendo en el escenario y, por lo tanto, un mayor impacto de la barbarie cometida por Kostelnička, propiciando que su última frase – «¡es como si la muerte asomara!» – cale hasta lo más profundo del espectador.

(CODALARIO COM 20.2.) 

 

Will Humburg es un veterano director alemán que supo, con garra y buen hacer, llevar a buen puerto la interpretación de una partitura tan bella como ecléctica. Janacek, creador de un estilo propio, bebió en el folklore eslavo pero también recibió influencias de la música más vanguardista que se hacía en Rusia y Alemania. Humburg, con gestos contundentes y precisos, controló con maneras de un eficaz Kapellmeister a una estupenda Real Orquesta Sinfónica de Sevilla, que una vez más mostró su gran nivel. A destacar el virtuoso trabajo de la concertino Alexa Farré Brandkamp, que se lució en los momentos que le brinda su parte en solitario.

(PLATEA MAGAZINE 20.2.)

 

Una contribució més que destacada a l’èxit d’aquesta Jenůfa va ser la del director Will Humburg. Des de les primeres notes obsessives del xilòfon, el motiu del molí que reapareix durant tota l’òpera, va dirigir l’Orquestra Simfònica de Sevilla amb un gran tremp dramàtic que donava tota la intensitat a la melodia contínua de la partitura. El cor del Teatro de la Maestranza també va estar a molt bon nivell.

(POLITICA & PROSA 21.2.23)

 

La lectura de Will Humburg desde el foso fue pródiga en contrastes, y concertó de modo muy adecuado a medida que avanzaba la noche, consiguiendo con la ya mencionada oración de Jenufa que el público contuviese el aliento. Muy acertado además el ritmo de los números más folkloristas, y espectacular, por las siempre empastadas secciones de la orquesta, la explosión final. (MUNDO CLASSICO 21.2.23)

 

Y la orquesta, brillante, en una partitura tan rica de matices en el desarrollo del silabismo, con esas células cortas y repetitivas que se adelantan (no se olvide que esta ópera se estrenó en 1904) a la música minimalista. Will Humburg estuvo muy atento al equilibrio entre voces y orquesta y a que los instrumentos reflejasen el contenido de las palabras, que fue una de las grandes innovaciones del lenguaje musical del compositor moravo. Bienvenida, pues, esta Jenufa que contó con un equipo técnico de lujo en el diseño de escenografía, vestuario e iluminación, con un buen elenco de cantantes, coro y orquesta, una minuciosa dirección orquestal y una puesta en escena absolutamente modélica. La lluvia redentora del final, con esa luz misteriosa como salida del crescendo de los instrumentos, ha sido de lo mejor que se ha visto en el escenario de este teatro.

Jacobo Cortines (SCHERZO 20.2.23)

 

Robert Carsens Regie wurde von der musikalischen Form des Werks voll unterstützt, gemächlich, aber dennoch ausdrucksstark und fesselnd. Hinter ihr steht Will Humburg, ein deutscher Dirigent mit einem reichen Repertoire und einer Erfahrung von Verdi und Wagner bis hin zu Ligeti, Penderecki, Zimmermann, Nono, Henze, Matthus und Rihm, ein Künstler, der drei von Janáčeks Werken aufführte, als er Musikdirektor des Staatstheaters Darmstadt war: „Jenůfa“, „Das schlaue Füchslein“ und „Die Sache Makropulos“. Er hat Interesse und Verständnis für dessen Musik, tat viel, um den Wohlklang und die plötzlichen Wendungen hervorzuheben, führte die Sänger selbstbewusst an und arbeitete hervorragend mit dem Real Orquesta Sinfónica de Sevilla zusammen, das seine Fähigkeit bewies, viele Details umzusetzen. Die musikalische Interpretation hatte in der Balance von Bühne und Orchester, im Chor und spürbar selbst in den Solopartien eine präzise und feste Struktur. Es war kein lapidarer Janáček, sondern ein gesungener, oft eher lyrischer, aber dennoch an entscheidenden Stellen äußerst dramatischer, in einer seltenen Einheit von Musik und Regie. (Übersetzt aus dem Tschechischen)

PORTÁL O KLASICKÉ HUDBĚ

 

 

 

2022

Staatstheater Wiesbaden: Fidelio

Überragend ist das Dirigat von Will Humburg, unter dessen Leitung das hessische Staatsorchester regelrecht aufblüht. Sein Beethoven ist glasklar und bis ins kleinste Detail durchstrukturiert. Jede Phrase ist verständlich, jedes Ensemble durchgearbeitet, Musik und Text sind aufeinander, die Artikulation ist individuell abgestimmt. Humburg treibt dem Stück die singspielhafte Behäbigkeit ebenso aus, wie sentimentale Rührseligkeit, er verdichtet und spitzt zu, zeigt einen Beethoven am Puls der Zeit. Das ist namenlose Freude.
Bernd Zegowitz, „Die Deutsche Bühne“, 17.10. 22
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Dadurch ensteht ein irritierender Kontrast zur Ouvertüren-Musik, die Will Humburg mit zwingender innerer Logik und gemeißelter Prägnanz in Szene setzt. Könnte man dieser grandiosen, detailgenauen Artikulation nur länger lauschen, ohne dass sich die Video-Projektionen dazwischenschieben. Humburgs Beethoven-Deutung, die alle stilistischen Divergenzen der Oper detailliert ausleuchtet und doch unter einen großen dramatischen Bogen bannt, ist eine Klasse für sich.
Silvia Adler, „Opernwelt“, 12/22 

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