Will Humburg studierte in seiner Heimatstadt Hamburg bei Horst Stein und Christoph von Dohnanyi. Neben ersten Festengagements in Bremen und Hagen ist er seit Mitte der Achtziger Jahre zunehmend als Gastdirigent hervorgetreten und hat sich innerhalb weniger Jahre durch zahlreiche Opern- und Konzertauftritte im In- und Ausland einen Namen gemacht. Zu seinen ersten Stationen gehörten u.a. das Essener Aaltotheater, die Opernhäuser von Turin und Lissabon, die Rundfunkorchester von Neapel und Rom, die Bochumer Symphoniker, das Festival "Ferrara Musica", das Orchestra Arturo Toscanini in Parma sowie das Orchestra della Toscana in Florenz. Zwischen 1988 und 1991 war Humburg künstlerischer Leiter des "Laboratorio Lirico"-Festival für zeitgenössisches Musiktheater in Alessandria/ Piemont, wo er eine Reihe von Uraufführungen und italienischen Erstaufführungen, u.a. von Wolfgang Rihm, Siegfried Matthus und Peter Maxwell Davies, leitete.

Von 1992 bis 2004 war Will Humburg Generalmusikdirektor der Städtischen Bühnen und des Symphonieorchesters der Stadt Münster und hat in dieser Zeit eine Reihe ambitionierter und überregional aufsehenerregender Produktionen realisiert. Bereits zum Einstand wurde er vom Verband der deutschen Musikverleger für das beste Konzertjahresprogramm Deutschlands ausgezeichnet. Zu den Höhepunkten seiner Amtszeit in Münster zählen Wagners „Ring“-Zyklus 1999/2001, die Uraufführungen der beiden Corghi-Opern „Divara-Wasser und Blut“ 1993 und „Sen’ja“ 2003, sowie vielbeachtete Neuproduktionen von Ligetis „Le Grand Macabre“, Verdis „Don Carlo“ und Wagners „Tristan und Isolde“ und „Die Meistersinger von Nürnberg“.

Von Oktober 2009 bis Dezember 2011 war Will Humburg Chefdirigent und Direttore Artistico des Teatro Massimo Bellini in Catania.

Im Jahr 2000 übernahm Humburg als Einspringer für Giuseppe Sinopoli am Teatro dell’Opera di Roma eine konzertanten Produktionen von „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ und hat seitdem zahlreiche Opernproduktionen in der italienischen Hauptstadt dirigiert. Sein großes und breitgefächertes Repertoire von über 80 Opern und seine energiegeladenen Interpretationen machen Will Humburg im Opern- wie im Konzertbereich international zu einem der gefragtesten Dirigenten. Erfolgreiche Gastspiele führten ihn u.a. an die Mailänder Scala, zum Orchester des Maggio Musicale Fiorentino, an die Dresdner Semperoper, das Staatstheater Stuttgart, die Deutsche Oper Berlin, die Staatsoper Budapest, das Teatro Sao Carlos in Lissabon,  die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf, das Teatro Bellini Catania, das Teatro Lirico Cagliari, das Teatro Massimo di Palermo, das Athener Megaron, die Accademia Santa Cecilia in Rom, zum Verdi-Festival in Busseto und zum Sydney Symphony Orchestra. Mit dem Ensemble der Staatsoper Budapest unternahm er 2002 eine Japan-Tournee. Zu Beginn der Saison 2005/06 dirigierte er mit großem Erfolg eine Neuproduktion von Wagners "Das Rheingold" in Rom und kehrte mit "Tosca" an die Dresdner Semperoper zurück und gab mit einer Neuproduktion von Rossinis "Il barbiere di Siviglia" sein Debüt in Spanien.  

Zu seinen jüngsten Erfolgen zählen Neuinszenierungen von Bellinis „Norma“ am Staatstheater Saarbrücken, Wagners „Der fliegende Holländer“ am Teatro Verdi in Triest und Stravinskys „Sacre du printemps/ Persephone“ am Teatro dell’Opera di Roma sowie eine Tournee mit Verdis „Attila“ in verschiedenen italienischen Städten. Im Mai 2007 gab Will Humburg, wiederum mit „Der fliegende Holländer“ sein Debüt an der Staatsoper seiner Heimatstadt Hamburg. Zu Beginn der Spielzeit 2007/08 leitete er mit großem Erfolg die deutsche Erstaufführung der Oper „Eis und Stahl“ von Vladimir Deschewow in Saarbrücken, die Produktion wurde im Herbst 2008 bei Arthaus auf DVD veröffentlicht. Weitere Gastspiele der letzten Monate führten ihn u.a. nach Palermo, Lissabon, Triest und zum Verdi-Festival nach Busseto. Zur Eröffnung der Spielzeit 2008/09 dirigierte Will Humburg an der Bonner Oper mit großem Erfolg eine Neuinszenierung von „Un ballo in maschera“, gefolgt von „Turandot“ an der Staatsoper Hamburg sowie Neuinszenierungen von „Il barbiere di Siviglia“ in Saarbrücken, Puccinis „Turandot“ am Nationaltheater Weimar und von Korngolds „Die tote Stadt“ am Teatro Massimo in Palermo.

Zu Beginn der Spielzeit 2009/10 leitete er Rossinis „L’Italiana in Algeri“ und das traditionelle „Fest der schönen Stimmen“ an der Kölner Oper und eine Operngala in München mit dem Münchner Rundfunkorchester, gefolgt von Neuproduktionen von „Elektra“ in Catania und „Kat’a Kabanova“ in Bonn sowie mehrere Konzertauftritten.

Zu seinen letzten Projekten zählen Verdis „Aida“ in Köln im Januar 2011 sowie „Il Barbiere di Siviglia“ im Mai diesen Jahres in Catania. Zudem eröffnete er dieses Jahr im Juli das Opernfestival in Savonlinna, Finnland mit einer Neuinszenierung von Mozarts „Don Giovanni“.

Im September 2011 leitete er zudem das Dirigat von Mahlers  "Lied von der Erde" in Zagreb und im Oktober 2011 ein Konzert mit den St. Petersburger Philharmonikern in St. Petersburg, sowie in Catania Donizettis "Le Convenienze ed Inconvenienze Teatrali (Viva la Mamma)".

Im Dezember 2011 dirigierte Will Humburg eine äußerst erfolgreiche Version von Franz Schrekers "Der ferne Klang" an der Oper in Bonn.

Unter seinen nächsten projekten sind das Dirigat von  „Lucia di Lammermoor“ im März 2012 in Sevilla und die Rückkehr an die Kölner Oper im September 2012 mit einer Neuinszenierung von Verdis „La Forza del Destino“.

Einen besonderen Ruf genießt Humburg auch als herausragender Interpret zeitgenössischer Musik. Insbesondere mit dem italienischen Komponisten Azio Corghi verbindet ihn eine über 20jährige enge künstlerische Partnerschaft, bis heute hat Will Humburg vier Werke Corghis uraufgeführt, darunter die Opern „Tat’jana“ 2000 an der Mailänder Scala und „Divara“. Zudem enthält sein Repertoire zentrale Werke von Ligeti, Penderecki, Zimmermann, Nono, Henze, Matthus, Rihm und anderen.

Für das Label Naxos spielte Will Humburg seit 1990 mehrere CDs ein, die hervorragend rezensiert wurden, darunter Gesamtaufnahmen der Opern La Bohème, Il barbiere di Siviglia, Il trovatore sowie Falstaff, eine Einspielung, die von der Zeitschrift Gramophone als "Editor's choice of the month" ausgewählt wurde.

 

Januar 2012

 

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